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St. Rochus

Seit 13 Jahren wohne ich mit meiner Familie in der Rochusstraße in Köln Ossendorf / Ehrenfeld. Der Name der Straße war mir lange Zeit nicht wirklich sympathisch.

Der Wikipädiaeintrag bestätigt diesen Eindruck: „Rochus von Althochdeutsch ‚Rochon‘ = ‚schreien, rufen, den Kriegsschrei ausstoßen‘, ...- / Das Substantiv „Rochus“ aus Redewendungen wie „einen Rochus auf jemanden haben“ (wütend auf jemand sein), „etwas aus Rochus tun“ (etwas aus Wut, Ärger, Groll tun)

Und dann gibt es noch "Rochus von Montpellier (ca. 1295-1327) Volksheilier und Schutzpatron der Pestkranken.

 

Schutzpatron der Pestkranken … Mh?! Naja, frau wohnt wo frau wohnt... der Straßenname ist nun auch nicht sooo wichtig. Damit hakte ich meine Recherche ab.

 

2020 besuchte ich in München im Bayrischen Nationalmusuem die Austellung mit dem Titel: „Treue Freunde: Hunde und Menschen.“

 

Und genau dort stieß ich wieder auf den heiligen Rochus. Wie ich nun erfuhr, wird er stets mit Pilgerstab, einer Wunden am Bein und einem HUND dargestellt. Oftmals trägt der Hund ein Stück Brot in seiner Schnauze.

Interessant dachte ich. Was hat es damit auf sich?Nun recherhierte ich erneut und fand seine spannende Geschichte:

 

(Rochus Geschichte ist legendenumwoben und wird daher immer wieder anders erzählt. Mir gefällt die Darstellung der Historikerin Mackenzi Lee in dem Buch „Eine Weltgeschichte in 50 Hunden“ (Suhrkamp Verlag 2020) am meisten und ich beziehe mich daher in meiner Zusammenfassung über sein Leben auf sie.)

 

Rochus wurde ca 1295 als Kind reicher Eltern in Montpellier geboren. Als sie starben, erbte er alles, verschenkte es jedoch an die Armen und machte sich als Pilger auf den Weg nach Rom – mit an seiner Seite – sein Hund. In Italien angekommen, wütete dort die Pest. Erkrankte Menschen wurden damals wegen der hohen Ansteckungsgefahr von den Gesunden seperiert. Sie lebten, oder vielleicht besser gesagt, sie vegetierten außerhalb der Gemeinden vor sich hin oder lagen, auf ihren Tod wartetend, am Straßenrand. Heilung gab es meist keine.

Rochus hielt auch von Ihnen Abstand. Aber nicht sein Hund. Er lief immer wieder zu den Kranken, lies sich von Ihnen streicheln, leckte ihre Wunden* und spendete so sicherlich Trost und einwenig Geborgenheit.

Rochus war beeindruckt und nahm sich ein Beispiel an seinem Hund. Er leckte zwar nicht ihre Wunden, aber er zeichnete – so die Überlieferung - Kreuze auf Ihre Haut, redete und betete mit Ihnen und war einfach für sie da. Und - tadaa - es half. Menschen wurden wieder gesund.

 

So wurde er bekannt und eine Art Heiliger. Doch es kam – wie es vielleicht kommen musste – Rochus erkrankte schließlich selbst an der Pest. Er zog sich daher mit seinem Hund ein einen Wald nahe Rom zurück und wartete wahrscheinlich auf seinen eigenen Tod oder auf ein Wunder. Und es geschah tatsächlich ein kleines.

 

Sein Hund lief jeden Tag los und suchte für sich und Rochus nach Essen. Dieses fand er wohl regelmäßig auf dem Anwesen eines Adeligen namens Gothard. Dieser wurde auf den Hund aufmerksam und folgte ihm. So fand er den schwerkranken Rochus im Wald. Ab nun pflegte er ihn, Rochus wurde wieder gesund und kehrte in seine Heimat Montpelier zurück.

 

Leider geht diese Geschichte nicht gut aus. Denn Rochus gab sich nicht zu erkennen, wurde für einen Spoin gehalten (es herrschte gerade Krieg) und daher ins Gefängnis geworfen. Hier starb er an der Seite seines Hundes 5 Jahre später 1327. Aber während seiner Gefängniszeit stand er und wohl auch sein Hund den Mitgefangenen zur Seite.

 

Rochus wurde daher in den nächsten Jahrhunderten ein Schutzpatron vieler Menschengruppen – quasi multifunktional: der Gefangenen, der Kranken, der Krankenhäuser, Ärzte, Chirurgen, Apotheker, Totengräber, Kunsthändler, Gärtner, Bürstenbinder, Raketenmacher und er wurde bei allen möglichen Krankheiten angerufen.

 

Aber für mich und viele andere wurde er zum Schutzpatron der Hunde und der Hundefreunde.

 

Daher liebe ich heute den Namen der Straße, in der ich mit meiner Familie lebe und ich liebe meinen Beruf, denn Hunde können so großartige Begleiter sein, wie diese Geschichte mal wieder beweist.

 

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